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Tolbiacum

Das keltische Zülpich

Zülpich ist eine der ältesten Städte des Rheinlandes. Seine Vergangenheit reicht hinab bis ins graue Altertum, und es ist somit eine Stätte ältester Kultur. Die bevorzugte Lage hat seine Umgebung in römischer und fränkischer Zeit zum Tummelplatz der verschiedensten Kriegsvölker gemacht.

Mit Sicherheit war das Zülpicher Land schon um 50 v.Chr. von keltischen Eburonen besiedelt. Entsprechende Funde aus der Zeit bestätigen das.

Was bedeutet Tolbiacum? Die Endung -iacum - bedeutet soviel wie Gutshof. Tolbiacum wäre demnach der Gutshof des Tolbios. Tolbios könnte ein wohlhabender Kelte gewesen sein, der den Ort "Tolbiacum" gegründet hat. Über die Latinisierung in römischer Zeit wurde daraus "Zülpich".

Der bedeutendste römische Schriftsteller Tacitus bezeichnet Zülpich schon damals als "castrum" = Kastell an der wichtigen Heerstraße Köln-Trier.

In diesem Kastell wurde zum Ende es 2. Jahrhunderts ein römisches Thermenbad errichtet. Heute ist es eines der besterhaltensten Anlagen nördlich der Alpen.

Weiertor

Wann ist das keltische Zülpich entstanden?

Diese Frage ist nicht mit Bestimmtheit zu beantworten. Wir wissen nur, daß es schon bestanden hat, als die Römer ihre Herrschaft über unsere Gegend ausbreiteten. Es kann sich hier um einige Jahrhunderte handeln.

Über die Entstehungszeit der römischen Befestigungsanlage in Zülpich bzw. des Kastells wissen wir ebenfalls nichts Genaues. Der Bau der Straße Lyon-Trier-Köln durch den Statthalter Vipsanius Agrippa im Jahre 20/19 v. Chr. Geburt kann uns hier einigen Aufschluß vermitteln.

Die bevorzugte Lage Zülpichs ist nämlich der Anlaß gewesen, daß die Römer den Stationsort Zülpich schon bald nach dem Bau der überaus wichtigen Heerstraße irgendwie sicherten. Diese Behauptung wird durch den Bericht des Tacitus in seinen Historien bewiesen; denn hieraus ist zu ersehen, daß Claudius Civilis während des Bataveraufstandes im Jahre 70 n. Chr. seine beste Kohorte in Zülpich stationiert hatte.

Welcher Art die damalige Sicherung oder Befestigung war, ist nicht bekannt.


Texte teilweise aus dem Kreisarchiv übernommen