Das Leben ist schön...

Bilderstreit

Unser kleines Zülpich scheint dem als engstirnig bekannten letzten Kaiser wohl ziemlich aufgestoßen zu sein. Jedenfalls wäre es fast zu einem „Bilder-Streit“ gekommen. Doch da die Zülpicher ein tolerantes und friedliches Volk sind, hängen die steinernen Kombatanten nun friedlich vereint nebeneinander, dort wo sie ohnehin keiner sieht, nämlich in der Krypta der Peterskirche. Dabei geht es um exakt drei Gedenktafeln, zwei aus Paris und eine aus Berlin.
Wie jeder weiß, gilt Zülpich, die frühere Römerstadt „Tolbiac“, unseren französischen Nachbarn als der Ort, wo ihr Reichsgründer, König Chlodwig im Jahre 496 den entscheidenden Sieg über die Alemannen davontrug.

Zwar gibt es für diese weichenstellende Schlacht keinerlei brauchbare historische Belege, doch für Frankreich hat die „Bataille de Tolbiac“ so hohe Bedeutung, dass in Paris sogar eine Brücke, eine Metro-Station und die Nationalbibliothek daran erinnern. Da lag es französischerseits nahe, den Zülpichern die Nase etwas mehr darauf zu stoßen.

So „schenkte“ man 1811 dem Bürgermeister zwei schwarze Marmortafeln „als Zeichen der innigen Verbundenheit“, die dezent an die „Schmach“ der Vorfahren erinnern sollten. Die Zülpicher dankten höflich, setzten diplomatisch auf den Zahn der Zeit und verbannten die Prunkstücke, die eigentlich ans Kölntor sollten, in den letzten Winkel der Krypta der St. Peter Kirche, wo sie keinen aufregten, weil keiner sie sah.

Irgendwie hatte man sie so vergessen, dass man Kaiser Wilhelm II. bei seinem Besuch 1911 peinlicherweise in die Krypta führte! In der Folge bekam Zülpich noch eine Tafel geschenkt: In gleicher Größe, aber mit größerer Schrift, wurde da von Berlin aus an den Kaiser-Besuch erinnert! Auch der ging es nicht besser, Chlodwig und Kaiser Wilhelm sind nun, ob sie’s wollen oder nicht, dazu verbannt, für alle Ewigkeit in einträchtiger Nähe Frieden zu halten!

So „schenkte“ man 1811 dem Bürgermeister zwei schwarze Marmortafeln „als Zeichen der innigen Verbundenheit“, die dezent an die „Schmach“ der Vorfahren erinnern sollten. Die Zülpicher dankten höflich, setzten diplomatisch auf den Zahn der Zeit und verbannten die Prunkstücke, die eigentlich ans Kölntor sollten, in den letzten Winkel der Krypta der St. Peter Kirche, wo sie keinen aufregten, weil keiner sie sah.

Irgendwie hatte man sie so vergessen, dass man Kaiser Wilhelm II. bei seinem Besuch 1911 peinlicherweise in die Krypta führte! In der Folge bekam Zülpich noch eine Tafel geschenkt: In gleicher Größe, aber mit größerer Schrift, wurde da von Berlin aus an den Kaiser-Besuch erinnert! Auch der ging es nicht besser, Chlodwig und Kaiser Wilhelm sind nun, ob sie’s wollen oder nicht, dazu verbannt, für alle Ewigkeit in einträchtiger Nähe Frieden zu halten!

Texte teilweise aus dem Kreisarchiv übernommen